Freitag:
Dirk und ich sind bereits am Freitag angereist und nach dem Einchecken im Hotel sofort zum Horst-Korber-Sportzentrum, dem diesjährigen Austragungsort der DM und direkt gelegen am Olympiastadion und der Waldbühne, weitergefahren. Zum einen um die Begebenheiten abzuchecken und zum anderen um befreundete Schützen gegebenenfalls zu unterstützen. Das „normale“ Turnier war schon vorbei, somit konnten wir live die Finals mitverfolgen.
Beim Goldfinale der Damen Compound sahen wir dann einen Krimi: Kathi Kutscher (Freising) gegen Franziska Göppel (Wassertrüdingen), beides sehr starke Frauen. Leider gab es bei dem ersten Pfeil von Kathi eine Verwirrung bezüglich der Schießuhr, so dass sie ihren ersten Pfeil nicht geschossen hat. Kathi dachte es wäre noch die Vorbereitungszeit für beide Schützinnen (beide haben 10 Sekunden Zeit um an die Schießlinie zu treten, danach schaltet die Schießuhr auf die beginnende Schützin um und 20 Sekunden beginnen zu laufen). Freising legt Einspruch ein und nach intensiver Beratung durch das Schiedsgericht inklusive Videoanalyse wurde der Einspruch abgelehnt. Kathi startete somit mit einem fast nicht mehr einzuholendem Rückstand. Beide absolvierten das Goldfinale so gut es möglich war und Franzi konnte durch das „M“ von Kathi das Finale für sich entscheiden. Gratulation an beide Finalistinnen.
Samstag:
Nach einer erholsamen Nacht im Hotel ging es gut gelaunt wieder zum Austragungsort – eine echt tolle Halle. Das Ausrichterteam hat keine Kosten und Mühen gescheut und sich mit sehr viel Liebe zum Detail in einer phänomenalen Eröffnungsshow inklusive eigens kreiertem Song präsentiert (mal schauen ob wir da noch einen Link dazu finden). Ansonsten wisst ja was jetzt kommt, somit überspringe ich das ganze Vorgeplänkel.
Die ersten Einschießpfeile fliegen super. Ich meine doch zu Wissen wie es geht beziehungsweise was ich aktuell zu beachten habe. Erste Wertungspasse, erster Pfeil: 8! So ein sch... Konzentrier Dich! Zweite Passe: 10, 9, 9 – ah ja, so war es! Weiter meine Punkte abarbeiten und dran bleiben. Am Schluss des ersten Durchgangs war das Verhältnis 8er zu 10er leider nicht optimal genug, aber es gibt ja noch eine zweite Hälfte.
Zweiter Durchgang: das Augenmerk auf den vermeintlichen Fehler hat eine leichte Verbesserung gebracht, dafür hat sich der Druckpunkt mal mehr, mal weniger selbstständig gemacht. Immerhin habe ich aus vorherigen Turnieren schon so viel gelernt, dass ich mich über die schlechten Schüsse nicht mehr bis aufs Blut ärgere. Ich bewege mich immer so zwischen den Plätzen 18 und 21. Wie wir aber alle wissen ist das Turnier erst aus wenn es aus ist und so haben mich meine letzten sechs Pfeile von Platz 18 auf Platz 16 und ins Finalschießen gehievt. Große Freude! Die Ringzahl im zweiten Durchgang hat sich auch leicht verbessert, aber natürlich ist da noch Luft nach oben.
Nach einer kurzen Umbaupause und der Suche nach der richtigen Scheibe ging es mit zwei Einschießpassen ins Achtelfinale. Was ich für mich richtig gut fand war, dass sich meine Nervosität echt im Zaum gehalten hat und ich versucht habe meine Punkte im Schußablauf weiter abzuarbeiten. Leider war wieder der unnötige 8er dabei was mich schon den ersten Satz gekostet hat. Svenja und ich haben uns nichts geschenkt, die weiteren drei Passen sind wir jeweils Unentschieden auseinander gegangen. 3:5 nach vier Passen. Unsere letzte Passe habe ich wieder mit einer unnützen 8 angefangen, da konnten die beiden darauffolgenden 10er nur zur Versöhnung beitragen. 28:29 verloren, damit stand es 3:7 und ich musste mich geschlagen geben. Für Svenja ging es bis ins Goldfinale, dass sie dann mit der Silbermedaille abschloss. Volles Gratulat an meine „Gegnerin“ – wir sehen uns wieder.
Zur Belohnung für meine mich zufriedenstellende Leistung gab es dann am Abend bei unserem neuen Lieblingsitaliener in Berlin (Trattoria Piccolo Tennisklub Blau-Gold, 13629 Berlin) – bei dem wir schon am Vorabend zu Gast waren – lecker Trüffelnudeln und für meinen tollen Mann ein großes Stück Fleisch. Mega!
Ein großer Dank geht wie immer an alle Beteiligten: Ausrichter, Sportler, Volunteers, Kampfrichter, Zuarbeiter, Auswerter, Kameraleute, Auf- und Abbauer, Küchenteam, Reinigungskräfte und viele andere. Ohne Euch würde das Erlebnis Deutsche Meisterschaft nicht möglich sein.
(VK – 10.03.2026 – Ergebnisse)
